Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen
Allgemeines
Der klassische Ausbildungsberuf „Versicherungskaufmann/-frau" ist im Jahre 2006 durch das Berufsbild „Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen" zukunftsträchtig abgelöst worden.Strukturveränderungen in den Versicherungsgesellschaften, gesetzliche Änderungen, EU-Empfehlungen/-Verordnungen, Kunden- statt Produktorientierung, etc. haben das Qualifikationsprofil von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im Innen- und Außendienst verändert.
Die Neuordnung zielt daher auf:
- Einbeziehung aktueller Entwicklungen
- stärkere Gewichtung vertriebsorientierter Inhalte
- Kundenorientierung,
- Flexibilitätssteigerung der Mitarbeiter / Mitarbeiterinnen
- handlungskompetente Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
Schülern und Schülerinnen berufliche und allgemeine Lerninhalte unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen der Berufsausbildung zu vermitteln.
Die Ausbildung orientiert sich an den für jeden staatlich anerkannten Ausbildungsberuf bundeseinheitlich erlassenen Ordnungsmitteln:
- Rahmenlehrplan der Ständigen Konferenz der Kultusminister und -senatoren der Länder (KMK)
- Verordnung über die Berufsausbildung (Ausbildungsordnung) des Bundes für die betriebliche Ausbildung.
Aufnahmevoraussetzungen
Die Praxis fordert i. d. R., dass die Auszubildenden zumindest über einen Realschulabschluss verfügen. Die Schüler und Schülerinnen in den Versicherungsfachklassen haben zu etwa 50% die Abiturprüfung bestanden, die andere Hälfte verfügt in der Regel über die Fachhochschulreife, oder sie sind Absolventen der Realschule.Dauer des Ausbildungsganges
Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre; eine Verkürzung ist abhängig von bestimmten Voraussetzungen, jedoch i.d.R. nicht empfehlenswert. Die komplexe Versicherungsmaterie und die erhöhten Anforderungen in der Beratungskompetenz führen dazu, dass etwa 95% der Auszubildenden ihren Abschluss erst nach 3 Jahren ablegen.Unterrichtsinhalte
Die Berufsschule soll neben weiterführendem Allgemeinwissen berufsbezogene Fachinhalte vermitteln. Außerdem sollen Urteilsvermögen und Handlungsfähigkeit ausgebaut, Grundwissen vermittelt und Zusammenhänge in der Arbeitswelt und in anderen Bereichen erkannt werden. Es müssen Problemstellungen erfasst und Lösungsvorschläge mithilfe von beschafften Informationen selbstständig entwickelt werden.Der Rahmenlehrplan umfasst die Fachrichtungen Versicherung und Finanzberatung. Die Lernfelder 1 bis 13 enthalten die gemeinsamen Inhalte für beide Fachrichtungen. Die Lernfelder 14 und 15 werden jeweils in der Fachrichtung Versicherung und in der Fachrichtung Finanzberatung unterrichtet.
Der Umgang mit dem Kunden verlangt fundierte Fach-, Human- und Sozialkom- petenz. Bei der Ausbildung der Fachkompetenz orientiert sich der Rahmenlehrplan auch an den in der Versicherungswirtschaft vorliegenden Versicherungssparten. Sozial- und Humankompetenz erwerben die Schülerinnen und Schüler in allen Lernfeldern.
Lernfelder
In den 3 Ausbildungsjahren sind 15 Lernfelder Gegenstand des Unterrichts, wobei die Lernfelder 14 und 15 je nach Fachrichtung Versicherungen bzw. Finanzen voneinander abweichen.Lernfelder Fachrichtung Versicherungen:
- Die Berufsausbildung mitgestalten und auf die Rolle als Arbeitnehmer vorbereiten
- Versicherungsverträge anbahnen 40
- Kunden beim Abschluss von Hausratversicherungen beraten und Verträge bearbeiten
- Kunden beim Abschluss von Wohngebäudeversicherungen beraten und Verträge bearbeiten
- Eine Versicherungsagentur gründen
- Den Kapitalbedarf im Alter, bei Tod und Erwerbsminderung ermitteln und bei der Auswahl der Vorsorgemaßnahmen beraten
- Verträge in der Lebens- und Unfallversicherung bearbeiten
- In einer Versicherungsagentur arbeiten
- Kunden über die Absicherung im Krankheits- und Pflegefall beraten
- Kunden gegen Schadenersatzforderungen absichern und die Durchsetzung ihrer Rechte ermöglichen
- Kunden beim Abschluss von Kraftfahrtversicherungen beraten und Verträge bearbeiten
- Eine Agentur steuern
- Wirtschaftliche Einflüsse auf den Versicherungsmarkt analysieren und beurteilen
- Kunden über Finanzprodukte informieren
- Schaden- und Leistungsmanagement durchführen
Abweichende Lernfelder im Bereich Finanzen
14. Kunden über Finanzprodukte beraten
15. Kunden über Verbraucherdarlehen und Immobilienfinanzierungen beraten
Unterrichtsorganisation
Die Struktur der Ausbildungsbetriebe hat besondere Auswirkungen auf die Unterrichtsorganisation. Die Arbeitgeber sind häufig kleine bis mittelgroße Agenturen, die nicht blockweise auf ihre Auszubildenden verzichten möchten. Aus diesem Grund wird von den BBS am Schölerberg ausschließlich Teilzeitunterricht angeboten.Zurzeit findet der Unterricht in drei Unterstufen (Grundstufe), drei Mittelstufen (Fachstufe I), und drei Oberstufen (Fachstufe II) statt. Jede Klasse hat einen festen Berufsschultag mit sechs bis acht Stunden, der in jeder zweiten Woche durch einen weiteren Schultag ergänzt wird, sodass insbesondere Auszubildende aus dem weiteren Einzugsbereich (z.B. auch Landkreis Emsland, Grafschaft Nordhorn) nicht jede Woche zweimal den Weg nach Osnabrück antreten müssen.
Abschlüsse und Berechtigungen
Am Ende der Ausbildung wird eine bundeseinheitliche Abschlussprüfung abgelegt. Sie besteht aus zwei schriftlichen (Versicherungswirtschaft zuzüglich Module aus dem Bereich Leistungsmanagement bzw. Immobilienfinanzierung, Wirtschafts- und Sozialkunde) und zwei mündlichen Teilen (Kundenberatungsgespräch, fallbezogenes Fachgespräch).Mit Bestehen der Prüfung endet die Ausbildung. Gleichzeitig wird bei erfolgreichem Besuch der Berufsschule der Berufsschulabschluss erworben.
Anmeldung
Zu den Anmeldeformalitäten gelangen Sie über folgenden Link:Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner istHerr OStR Heinrich Kohnen
Tel.: 0541/500-470
